30. August – 14. Oktober 2012

Sammlungsdialog: Latifa Echakhch

Installationsansicht Kunstmuseum Liechtenstein, Beispiel Schweiz, 2011
Der gesamte Seitenlichtsaal ist der 1974 in Marokko geborenen, in der Schweiz lebenden Künstlerin Latifa Echakhch gewidmet. Gezeigt werden drei Bodenarbeiten.

Ungewöhnlich an dieser Präsentation ist, dass die Wände des Ausstellungsraumes frei bleiben und die Arbeiten auf dem Parkett kaum in den vertikalen Raum ragen. Die Materialien, mit denen sie hier arbeitet, sind bunte marokkanische Teegläser, zerbrochen, von Hand geknüpfte Teppiche, ausgeschnitten, und Holzbauklötze. Die Festlegung auf den Fussboden leitet Latifa Echakhch von ihrem Interesse ab, bei Gemälden der Alten Meister den Blick auf das vielfältige Geschehen am Boden zu fokussieren, das meist wenig Beachtung findet und doch bildbestimmender Teil ist.

Echakhchs künstlerischer Ansatz beruht auf einer Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte – von der Renaissance bis in die Gegenwart – und befragt vor diesem historischen Hintergrund gegenwärtige gesellschaftliche Prozesse und Konflikte. Fragen nach der Rollenzuweisung der Geschlechter in verschiedenen Kulturen etwa oder der Vielfältigkeit der Religionen und den damit verbundenen Konflikten durchweben ihr sinnlich anmutendes Werk.