Thomas Lehnerer (1955–1995) hat in seinem kurzen Leben Theorie und Praxis als gleichwertig und sich gegenseitig konstituierend betrachtet.

Daraus hervorgegangen ist u.a. die im Fach Ästhetik verfasste Habilitationsschrift Methode der Kunst als auch ein vielgestaltiges künstlerisches Werk.

In sanften Bleistift-, Aquarell- oder Tuschezeichnungen, in Rauminstallationen und Vitrinenarbeiten sowie in kleinformatigen Figuren aus Bronze oder organischen Stoffen ist der Mensch und die Materialisierung von sinnlich-intellektuellen Bedeutungszusammenhängen zentral. Ausgehend von seinen akademischen Auseinandersetzungen in Theologie, Philosophie, Kunstgeschichte und Pädagogik formulierte Lehnerer den Zeithorizont seiner Sichtweise als Künstler: «Ich setze meine Arbeit ins Verhältnis nicht nur zu Klee und Giacometti oder zu Goya und Leonardo, sondern auch zu  Praxiteles oder zur hethitischen Kunst.»

Diese grosse Überblicksausstellung ist eine Eigenproduktion des Kunstmuseum Liechtenstein, kuratiert von Friedemann Malsch.