25. Mai – 02. September 2007

AUSZEIT. Kunst und Nachhaltigkeit

Kimsooja, Mandala, 2003
Seit den späten 1960er Jahren lässt sich beobachten, dass verschiedene Künstlerinnen und Künstler dem Beschleunigungsschub der westlichen Gesellschaften zunehmend skeptisch gegenüber standen. Vertreter der Arte Povera, der Konzeptkunst und anderer Gruppierungen thematisierten in zunehmendem Masse die Verluste, die mit der stetigen Beschleunigung des Lebens einhergehen.

Seit der Industrialisierung im 18. Jahrhundert erleben die westlichen Gesellschaften einen sich stetig beschleunigenden Lebensrhythmus, sowohl die Gesellschaften als ganze wie auch die einzelnen Menschen. Doch wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten auch Weltbilder entwickelt und Bewegungen gegründet, die vor der wachsenden Beschleunigung aller Lebensbereiche warnen und alternative Modelle entwickeln. Slow Food, Slow City, Slow Medicine, Slow Sex u.a. finden wachsenden Zulauf in allen Kulturräumen der Erde. Seit kurzem haben darüber hinaus Wirtschaft und Politik die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung erkannt.

Seit den späten 1960er Jahren lässt sich beobachten, dass verschiedene Künstlerinnen und Künstler dem Beschleunigungsschub der westlichen Gesellschaften zunehmend skeptisch gegenüber standen. Vertreter der Arte Povera, der Konzeptkunst und anderer Gruppierungen thematisierten in zunehmendem Masse die Verluste, die mit der stetigen Beschleunigung des Lebens einhergehen. Der Begriff der Geschichte, die Auswirkungen der Zivilisation auf die Umwelt, der soziale Zusammenhalt – ja, auch die Grundlagen unseres Verhältnisses zur Welt, etwa das Gefühl für Zeit, kamen auf den Prüfstand.

Die junge Generation der Künstlerinnen und Künstler baut auf den in den Siebziger Jahren erarbeiteten Grundlagen auf und treibt sie seit etwa 1990 auf einer eher pragmatischen, zwischen den Polen des politischem Engagements und des Rückzugs in das Private und Intime agierenden Ebene weiter.

Die Ausstellung "Auszeit! Kunst und Nachhaltigkeit" zeigt die verschiedenen Vorgehensweisen auf, mit denen in der Kunst Entschleunigung und Nachhaltigkeit behandelt wurden und werden. In einer offenen Erzählung werden Themenbereiche und Strategien vorgestellt und miteinander konfrontiert. Folgende Künstler sind in der Ausstellung vertreten: Lida Abdul, Giovanni Anselmo, Thom Barth, Michael Buthe, Thomas Feuerstein, Gloria Friedmann, Piero Gilardi, Henrik Håkansson, Laura Horelli, Jan Jedlicka, Kerstin Kartscher, On Kawara, Kimsooja, Matt Mullican, Lia Perjovschi, Dan Peterman, Clemens von Wedemeyer.

Die Ausstellung ist eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein, kuratiert von Friedemann Malsch. Das Kunstmuseum St. Gallen zeigt zeitgleich die Ausstellung "In the Eye of the Storm", die das ganz ähnliche Thema der Langsamkeit in der zeitgenössischen Kunst behandelt.
Feuerstein, Manna-Maschine, 2005_156x104.jpg
Thomas Feuerstein, Manna-Maschine, 2005
Mullican, 6 Lightboxes, 1989_156x104.jpg
Matt Mullican, Untitled (Computer project), 1988
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Lia Perjovschi, Museum of Knowledge (Diagram objects), 2007
Vernissage
 Donnerstag, 24. Mai 2007, 18 Uhr  
Öffentliche Führung
 Sonntag, 1. Juli 2007, 18 Uhr mit Friedemann Malsch 
 Donnerstag, 23. August 2007, 18 Uhr mit Christiane Meyer-Stoll 
 Donnerstag, 23. August 2007, 18 Uhr mit Kristin Schmidt 
Begleitprogramm:
 Donnerstag, 21. Juni 2007, 18 Uhr   Film

Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit

Regie und Drehbuch: Alexander Kluge; Darsteller: Jutta Hoffmann, Armin Mueller-Stahl, Hans Michael Rehberg, Rosel Zech, u.a. (1985, 113 Min., ab 16 Jahren)

 Donnerstag, 28. Juni 2007, 18 Uhr   Vortrag

Nachhaltiges Bauen - Die Avantgarde

von Dietrich Schwarz, Dioplom Architekt ETH/SIA, GAstprofessor an der Hochschule Liechtenstein und Geschäftsführer der GLASSX AG

 Donnerstag, 5. Juli 2007, 18 Uhr   Sonderveranstaltung

Wann ist Morgen? Philosophieren mit Kindern

mit Eva Zoller Morf, Philosophiepädagogin

 Donnerstag, 30. August 2007, 18 Uhr   Vortrag

Weitermachen. Überlegungen zu einer Virtuosität des Bleibens

von Kai van Eikels, Philosoph und Theaterwissenschaftler, Berlin