16. Februar – 06. Mai 2007

MONIKA SOSNOWSKA. Loop

Ausstellungsansicht, Kunstmuseum Liechtenstein, 2007
Monika Sosnowskas Installationen reflektieren die Formensprache der konstruktivistischen Avantgarde, von Minimal und konzeptuellen Strömungen der 1960er und 70er Jahre sowie das Erbe moderner Architektur. Sie sind physische und konzeptuelle Labyrinthe, Bilder für ein nach innen gerichtetes Raumempfinden jenseits erzählerischer Tendenzen.

Treppenstufen, ein weisser Korridor, rechts um die Ecke ein weiterer, längerer Korridor, noch einmal rechts, wieder ein Korridor, noch länger, ebenfalls weiss. Eine Situation wie in einem Traum, Raum- und Zeitbezug fehlen. Es gibt keine Hinweise auf den Ort, keine Fenster und Türen, kein Ende der Gänge – „Loop“ ist eine Endlosschleife.

Monika Sosnowska hat sie für das Kunstmuseum Liechtenstein entwickelt. Die polnische Künstlerin (*1972) hat den Innen- und Aussenbau des Museums zusammen mit Christian Kerez, einer der Architekten des Gebäudes, untersucht, analysiert und daraus eine das gesamte Obergeschoss besetzende Installation erarbeitet. Der Bau der Architekten Morger, Degelo und Kerez orientiert sich an der Formensprache der Klassischen Moderne und bietet gleichzeitig einen ungewöhnlichen Rundlauf von windmühlenflügelartig angeordneten Räumen. Sosnowska nimmt diese Aspekte der Architektur auf, deutet sie um und verschärft sie aufs Drastischste. Die neutralen Räume sind in Korridore ohne Verweis auf ihre Funktion, ihr Ziel oder ihre Lage verwandelt. Die geometrisch klare und nüchterne Formensprache wird zu einem expressionistischen Grundriss mit spitzen Winkeln und scharfkantigen Ecken. Die Raumzirkulation dominiert ein endloser Kreislauf – ein Loop.

Monika Sosnowska provoziert eine neue Realität des Räumlichen. Sie konstruiert eine zwar physisch reale Situation, die jedoch unabhängig ist von gewohnten, alltäglichen Raumerlebnissen. Der Betrachter kann an nichts Bekanntes anknüpfen und konzentriert sich dadurch auf seine sinnliche Wahrnehmung. Seine Bewegung im dreidimensionalen Raum wird zur Bewegung in geistig, emotionalen Räumen. „Loop“ von Monika Sosnowska sensibilisiert den Betrachter, seine Umgebung bewusst zu erfahren und damit auch das eigene Raumbefinden zu erspüren.

Die Ausstellung wurde für das Kunstmuseum Liechtenstein kuratiert von Adam Budak, Kurator Kunsthaus Graz.
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Ausstellungsansicht, Kunstmuseum Liechtenstein, 2007
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Ausstellungsansicht, Kunstmuseum Liechtenstein, 2007
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Ausstellungsansicht, Kunstmuseum Liechtenstein, 2007
Katalog
Vernissage
 Donnerstag, 15. Februar 2007, 18 Uhr  
Öffentliche Führung
 Donnerstag, 1. März 2007, 18 Uhr mit Christiane Meyer-Stoll 
 Sonntag, 1. April 2007, 18 Uhr mit Friedemann Malsch 
 Donnerstag, 3. Mai 2007, 18 Uhr mit Kristin Schmidt 
Begleitprogramm:
 Donnerstag, 8. März 2007, 18 Uhr   Gespräch

Zur Arbeit Loop von Monika Sosnowska

mit Christian Kerez, Architekt und Assistenzprofessor für Architektur und Entwurf an der ETH Zürich

 Donnerstag, 15. März 2007, 18 Uhr   Vortrag

Den architektonischen Raum erfahren

von Konrad Wiesendanger, Architekt, Feldenkrais Lehrer, Coach, Luzern

 Sonntag, 18. März 2007, 14 – 16 Uhr   Familien

Familiensonntag

zu "Monika Sosnowska. Loop", mit Tonia Weibel

 Donnerstag, 22. März 2007, 18 Uhr   Film

Letztes Jahr in Marienbad

1961 (94 min,); Regie: Alain Resnais; mit Delphine Seyrig, Sacha Pitoeff, Giorgio Albertazzi

 Donnerstag, 29. März 2007, 18 Uhr   Vortrag

Räume, Kino, Gefühle: Zum Werk von Monika Sosnowska

von Jan Verwoert, Contributing Editor von Frieze, freier Autor für Afterall, Metropolis M und Piktogramm, Dozent am Piet Zwart Institute, Rotterdam

 Donnerstag, 26. April 2007, 18 Uhr   Gespräch

Loop

Monika Sosnowska im Gespräch mit Adam Budak, Kurator am Kunsthaus Graz und Kurator der Ausstellung

 Sonntag, 6. Mai 2007, 14 – 16 Uhr   Familien

Familiensonntag

zu "Monika Sosnowska. Loop", mit Tonia Weibel