15. September 2006 – 17. Januar 2007

FERDINAND NIGG UND SCHÜLER. Über Kreuz mit der Welt

Ferdinand Nigg und Schüler. Magdeburger Jahre, 1903-1912

1903 wurde Ferdinand Nigg (1865–1949) als Professor für Buchschmuck, Buchgewerbe und textile Arbeiten an die Magdeburger Kunstgewerbe- und Handwerkerschule berufen. Sein experimenteller, auf Werk- und Materialgerechtigkeit zielender Unterricht galt als beispielgebend und trug zum fortschrittlichen Ruf und reformerischen Geist der Schule entscheidend bei. Diese Ausstellung, die vom Forum Gestaltung Magdeburg (Kurator: Norbert Eisold) erarbeitet worden ist, stellt das künstlerische Schaffen Ferdinand Niggs in den Magdeburger Jahren (1903–1912) vor. Diese Jahre spiegeln den Aufbruch in die Moderne wieder. Sie sind von besonderer Bedeutung, da Ferdinand Nigg auf der Suche nach neuen, klaren und freien Ausdrucksformen zu einer frühen und eigenständigen Form der Abstraktion fand, die sich zwischen der Malerei und den angewandten Künsten bewegte.

Die Ausstellung gibt mit malerischen und zeichnerischen Werken, mit Arbeiten in Textil, wie Bildteppichen, sowie textilen Werken für Innenausstattungen und buchgewerblichen Erzeugnissen inklusive grafischen Gestaltungen die Breite des künstlerischen Schaffens von Ferdinand Nigg wieder. Besonders hebt sie den Einfluss auf seine Schüler hervor, für die er sich zeitlebens stark eingesetzt hat und deren Arbeiten erstmalig zu sehen sind. Diese Ausstellung zeigt, dass Ferdinand Nigg, der seine eigene künstlerische Produktion seit 1910 weitestgehend von der Öffentlichkeit fernhielt, nicht nur der bedeutendste liechtensteinische Künstler des 20. Jahrhunderts ist, sondern dass sein Wirken in die Reihe bedeutsamer künstlerischer Leistungen der europäischen Moderne zu zählen ist.

Publikation
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Essay von Norbert Eisold und Farbabbildungen aller ausgestellten Werke. Herausgegeben vom Forum Gestaltung Magdeburg, 144 Seiten.

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