06. Februar – 26. April 2009

MATTI BRAUN. KOLA

Matti Braun, R.T. / S.R. / V.S. (Ausstellungsansicht, Liechtenstein, 2009)
Das Kunstmuseum Liechtenstein zeigt den in Köln lebenden Künstler Matti Braun in seiner ersten umfassenden Museumsausstellung. Seine Arbeiten lassen den Betrachter in atmosphärische Räume eintauchen, die sich durch eine äusserst klare und präzise Ästhetik auszeichnen.

Mit seinem Ausstellungstitel führt uns Matti Braun (*1968) in die arktische Tundra, in eine Gegend nördlich des Polarkreises. Auf der russischen Halbinsel unweit der norwegischen und finnischen Grenze finden sich einzigartige, seit über zweieinhalb Milliarden Jahren nahezu unveränderte Gesteinsformationen. 1970 wurde dort die sogenannte Kola-Bohrung gestartet, die 1994 eine Tiefe von über 12’000 Metern erreichte und damit noch heute der tiefste Blick in die Erdkruste darstellt. Zugleich ist Kola bedroht durch ein Zwischenlager für ausgebrannte Brennstäbe von Reaktoren sowjetischer Atom-U-Boote.

Der Auftakt der Ausstellung zeugt bereits von Matti Brauns künstlerischer Annäherungsweise und seinem vertieften Interesse an ambivalenten Zusammenhängen. Jedes Objekt, jedes eingesetzte Material weist spürbar weit über sich hinaus, ergreift die Aufmerksamkeit des Betrachters und flicht diesen in ein Feld ein, welches reich an assoziativen Vorstellungsräumen ist.

In seinen Recherchen geht Matti Braun historischen, kulturellen, geografischen oder biografischen Zusammenhängen nach. Fakten, Erinnerungen, Bilder und Formen fügen sich zu einem komplexen Netz zusammen, welches die Werke in durchlässiger Weise umspannt. Sein besonderes Interesse gilt Wegen von kulturellen Zusammenhängen: In seinen Annäherungen verflechten sich auf diese Art und Weise heterogene historische und persönliche Wahrheiten, öffnen und verschieben sich Standpunkte, fliessen innere und äussere Wirklichkeiten ineinander.

Erstmalig gibt diese Ausstellung Einblick in die Entwicklung seines bisherigen Schaffens und führt in die Spanne seiner vielseitigen Erkundungsfelder ein. Gezeigt werden Arbeiten aus allen Werkgruppen des Künstlers, diese reichen von kleineren Objekten, die teils wie volkskundliche oder ethnologische Stücke anmuten, bis hin zu raumgreifenden Installationen wie S.R., R.T., Ghor oder Lota. Zudem sind Werke der Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein konzeptuell in die Ausstellung einbezogen.

Die Ausstellung ist eine Eigenproduktion des Kunstmuseum Liechtenstein, kuratiert von Christiane Meyer-Stoll.
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Matti Braun, ohne Titel (Porzellanvase), 1994
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Matti Braun, Özurfa (Ausstellungsansicht, Liechtenstein, 2009)
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Matti Braun, Kola, 2008
Vernissage
 Donnerstag, 5. Februar 2009, 18 Uhr  
Öffentliche Führung
 Donnerstag, 19. Februar 2009, 18 Uhr mit Christiane Meyer-Stoll, Konservatorin 
 Sonntag, 1. März 2009, 11 Uhr mit Sandra Frimmel 
 Donnerstag, 2. April 2009, 18 Uhr mit Christina Jacoby 
 Donnerstag, 23. April 2009, 18 Uhr mit Christiane Meyer-Stoll, Konservatorin 
Begleitprogramm:
 Sonntag, 8. Februar 2009, 11 Uhr   Lesung

Rabindranath Tagore

Lesung und Vortrag von Martin Kämpchen, Germanist, Übersetzer der Schriften von Rabindranath Tagore

 Donnerstag, 12. Februar 2009, 18 Uhr   Film

Charulata (The Lonely Wife)

von Satyajit Ray, Indien 1966, 114’ (bengalisch mit englischen Untertiteln)

 Dienstag, 17. Februar 2009, 17 – 19 Uhr   Schule und Museum

Einführung für Lehrpersonen

"Matti Braun. Kola"
mit Christina Jacoby

 Mittwoch, 18. Februar 2009, 15 – 17 Uhr   Schule und Museum

Einführung für Lehrpersonen

"Matti Braun. Kola"
mit Christina Jacoby

Take Away_150x100.jpg
 Donnerstag, 26. Februar 2009, 12:30 – 13 Uhr   Take Away

Take Away zu "Matti Braun. Kola"

30 min Kurzführung über Mittag,
immer am letzten Donnerstag im Monat

 Donnerstag, 26. Februar 2009, 18 Uhr   Vortrag

Vikram Sarabhai

Künstlervortrag von Matti Braun

 Sonntag, 15. März 2009, 14 – 16 Uhr   Familien

Familiensonntag

für Kinder von 5 bis 10 Jahren und ihre (Gross-)Eltern, mit Tonia Weibel

 Donnerstag, 19. März 2009, 18 Uhr   Film

Der Film "Yol – Der Weg" und die Geschichte des Produzenten

mit Donat Keusch (Zürich), Produzent des Films (im TaKino in Schaan)

 Donnerstag, 26. März 2009, 18 Uhr   In Kooperation mit der Kunstgesellschaft

Léopold S. Senghor: verflochtene Geschichten zwischen Deutschland, Frankreich und dem Senegal

Vortrag von Jakob Vogel, Professor für Geschichte Europas und des europäischen Kolonialismus, Universität zu Köln

 Sonntag, 26. April 2009, 14 – 16 Uhr   Familien

Familiensonntag

für Kinder von 5 bis 10 Jahren und ihre (Gross-)Eltern, mit Tonia Weibel