09. Juli – 03. Oktober 2010

Kimsooja. Mumbai: A Laundry Field

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Kimsooja, Mumbai - A Laundry Field, 2007
In der Johanniterkirche Feldkirch präsentiert das Kunstmuseum Liechtenstein die dreiteilige Videoinstallation "Mumbai: A Laundry Field" der koreanisch stämmigen Künstlerin Kimsooja.

Kimsooja, 1957 in Korea geboren und heute in New York lebend, ist in einer vom Konfuzianismus geprägten Kultur aufgewachsen. Ihr persönliches Lebensumfeld wurde jedoch vom Katholizismus dominiert. Zugleich führte der Umstand, dass die Familie bedingt durch den Beruf des Vaters beim Militär wiederholt umziehen musste, für Kimsooja zu der Erfahrung von Entwurzelung, wie sie auch die westliche Kultur im Verlaufe des 20. Jahrhunderts stark geprägt hat.

Vor diesem persönlichen Erfahrungshintergrund hat Kimsooja seit Mitte der 1980er Jahre ein überzeugendes Werk entwickelt. Die drei grossen Themen Stoffe, Bewegung und Abwesenheit prägen ihre vielseitige Arbeit, wobei sie vom menschlichen Körper als Ort der geistigen, spirituellen und sinnlichen Existenz ausgeht. Sie selbst versteht sich als symbolische Nadel: „Die Beziehung der Nadel zum Stoff ist wie die Beziehung meines Körpers zum Universum“ (Kimsooja). Die bedeutende Installation Mumbai: A Laundry Field aus dem Jahr 2007 bringt diese drei Themen miteinander in Beziehung.

In der Johanniterkirche werden drei verschiedene Videos nebeneinander in grossem Format auf eine Wand projiziert, direkt aneinander stossend, sodass sich ein riesiges dreiteiliges bewegtes Bild ergibt. Der begleitende Ton gibt die realen Geräuschkulissen der jeweiligen Szenerien wieder. So wird die Installation zu einem grossen Panorama, einem Gleichnis für das Leben der Menschen: Sie leben, sie arbeiten – und sie reisen. Dies wird geschildert am Beispiel der indischen Kultur, ganz besonders am Beispiel der armen Menschen der niedrigen Kasten des Hinduismus. Mumbai: A Laundry Field ist eine Hommage an die Menschen und ihre Verankerung im Leben. Dass dies in Form eines Triptychons geschieht, das in der Tradition der katholischen Kirche eine besondere Rolle spielt, ist natürlich kein Zufall. Kimsooja bedient sich dieses Mittels zu dem Zweck, die allgemeingültige Dimension ihres Themas zu betonen.

Die Ausstellung ist ein Projekt der Johanniterkirche Feldkirch (Eva Jakob) in Kooperation mit dem Kunstmuseum Liechtenstein.

Die Johanniterkirche Feldkirch ist jeweils von Dienstag bis Freitag 10–12 Uhr und 15–18 Uhr sowie am Samstag 10–14 Uhr geöffnet. Freier Eintritt.
Vernissage
 Donnerstag, 8. Juli 2010, 19 Uhr Vernissage in der Johanniterkirche Feldkirch 
Öffentliche Führung
 Freitag, 24. September 2010, 17 Uhr in der Johanniterkirche Feldkirch