24. September 2010 – 09. Januar 2011

Von der (Un)Schärfe der Welt

10_Carin Ellberg, Sunrise 1, 1988
Dialoge – das ist die Präsentationsform im Kunstmuseum Liechtenstein. Dafür werden die Kunstwerke der Sammlung immer wieder neu miteinander kombiniert. Die Freude am Dialog steht im Vordergrund.

Die Auseinandersetzung mit mehrschichtigen Fragestellungen ist ein Thema, mit dem sich Künstler über die Jahrhunderte immer wieder beschäftigt haben. Landschaftsmaler im 17. Jahrhundert formulierten in ihren Werken z. B. ihre Wertvorstellungen im Zusammenwirken von Natur und Zivilisation und stellen eine gewisse Unschäfte als grundlegendes Merkmal des herrschenden Ordnungssystems in den Vordergrund.

Auch in der modernen und zeitgenössischen Kunst wird immer wieder auf die Mehrschichtigkeit der Welt reagiert. Dies kann ausdrücklich oder nur mittelbar geschehen. Dabei lässt sich feststellen, dass die Kunstwerke umso pointierter auf die Frage nach der (Un)Schärfe der Welt antworten, je weniger ausdrücklich sie darauf Bezug nehmen. Analyse und Poesie sind hierbei keine Gegensätze, sondern ergänzen sich im Dienste der Absicht, die Welt erfahrbar zu machen.