01. April – 01. Mai 2011

Eduardo Chillida. Sammlung in den Gemeinden

Eduardo Chillida, La Puerta de la Libertad, 1983
Seit letztem Herbst thront auf dem Areal des ehemaligen Restaurant Saroja in Planken die monumentale Skulptur ‚Das Tor der Freiheit’ des spanischen Bildhauers Eduardo Chillida. Dazu ist im Gemeindehaus Planken eine Auswahl an grafischen Blättern zu sehen.

Eduardo Chillida (1924-2002), in San Sebastián geboren, zählt zu den wegweisenden Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Dabei lässt sich der Autodidakt, der anfänglich Architektur studierte, keiner künstlerischen Strömung zuordnen. Kontinuierlich verfolgte er seinen eigenen Weg und blieb zeitlebens ein Einzelgänger, mit einer grossen öffentlichen Präsenz. Hierzu tragen besonders seine Monumente für den öffentlichen Raum bei, die er wegweisenden Persönlichkeiten widmet, aber auch humanistischen Werten wie der Toleranz, der Brüderlichkeit, oder der Freiheit. Weltweit stehen heute seine Skulpturen an vielen bedeutungsträchtigen Orten im öffentlichen Raum und regen einen Diskurs an: in Berlin vor dem Bundeskanzleramt, in Houston, Barcelona, Paris – und nun in Planken.

Es ist der ‚Raum’ in seinem Zusammenwirken mit Zeit und Materie, der ihn beschäftigt. Mit seinen Skulpturen ist Eduardo Chillida auf der ständigen Suche, sich den Gesetzen der Geometrie, der Symmetrie und der Schwerkraft zu entziehen, und dem Raum Ausdruck zu geben. Mit dunklen, anthropomorphen und asymmetrischen Massen schafft Eduardo Chillida innere Räume, die Orte gedanklich dynamisieren und in deren zentraler Mitte sich die Leere entfalten kann. „Der Raum? Ich könnte ihn mit dem Atem vergleichen, der die Form anschwellen und sich wieder zusammenziehen lässt, der in ihr den Raum der Vision öffnet ... Er versetzt die Materie, die ihn umgreift in Bewegung ... Er muss seine Entsprechungen, sein Echo in uns finden, er muss eine Art geistige Dimension besitzen.“ Das Thema des Raums ist sein Grundthema und spiegelt sich nicht nur in den dreidimensionalen Werken, sondern auch in seinen grafischen Arbeiten, in der Fläche des Papiers, wieder.

Mit La Puerta de la Libertad, aus dem Jahre 1983 spielt Eduardo Chillida mit dem Motiv sich öffnender Türflügel. Zwei kompakte Stahlplatten werden über zwei Winkel miteinander verbunden, der untere verlängert die Richtung der Stahlplatten, der obere hingegen richtet sich nach innen und verläuft somit in gegenläufiger Richtung. Es entsteht ein – über leicht asymmetrisch angeordnete Winkel – leerer Innenraum. Assoziationen an den Eingang eines Hauses, oder der spitzkantige Bug eines Schiffes mögen hier aufscheinen. Dieses sich öffnende Tor changiert zwischen Innen- und Aussenraum. Durch die dunklen Stahlplatten öffnet sich die lichte Mitte, die den Blick in die Weite der Natur fokussiert. Ein Tor – und das bekräftigt der Titel – das uns einlädt Nachzudenken über innere und äussere Freiheit.

Das Ausstellungsprojekt findet im Rahmen einer Reihe statt, in der die Gemeinden mit Werken aus der Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein arbeiten und diese in einer eigenen Ausstellung präsentieren können.

Vernissage
 Freitag, 1. April 2011, 18 Uhr