11. September 2015 – 24. Januar 2016

Ferdinand Nigg (1865-1949). Gestickte Moderne

Ferdinand Nigg, Der König aus der Georgslegende, undatiert (Detail)Ausstellungsansicht Kunstmuseum Liechtenstein, Foto: Ines Agostinelli © Kunstmuseum LiechtensteinAusstellungsansicht Kunstmuseum Liechtenstein, Foto: Ines Agostinelli © Kunstmuseum LiechtensteinAusstellungsansicht Kunstmuseum Liechtenstein, Foto: Ines Agostinelli © Kunstmuseum Liechtenstein
Ferdinand Nigg gehört zu den Künstlern, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts die Stickerei als künstlerisches Medium entdeckten und für die Umsetzung moderner Gestaltungsprinzipien fruchtbar machten.

Die reduzierte und abstrahierte Formensprache, mit der Nigg auch eine ausdrucksreiche Gestik und Mimik zur Darstellung bringt, ist ein grosses Faszinosum seines Werks.

Ferdinand Nigg, 1865 in Vaduz geboren, war Maler, Grafiker, Textildesigner, Buchgestalter und Typograf. Nach seiner Ausbildung in Zürich und einer Zeit freien künstlerischen Schaffens in Berlin wurde er 1903 als Professor für Buchgewerbe und Textil an die fortschrittliche Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in Magdeburg berufen. Hier, in der Hochblüte seines öffentlichen Schaffens, wirkte er im Vorfeld des Deutschen Werkbundes als Gestalter an der Schnittstelle von Künstlerentwurf und industrieller Produktion. 1912 folgte er dem Ruf an die Kunstgewerbeschule in Köln und wurde dort erster Inhaber des Lehrstuhls für Paramentik (Textilien im kirchlichen Bereich). Nach seiner Pensionierung im Jahre 1931 kehrte Nigg nach Liechtenstein zurück, wo sein Spätwerk entstand.

Das Kunstmuseum Liechtenstein widmet Nigg anlässlich seines 150. Geburtstags eine grosse Überblicksschau, die in enger Zusammenarbeit mit der Prof. Ferdinand Nigg-Stiftung und der Kanonikus Anton Frommelt-Stiftung realisiert wird. Die Ausstellung hebt eine Facette von Niggs Schaffen hervor, welche ihn nicht nur als Professor und als Entwerfer christlicher Stickkompositionen ausweist, sondern im Wesentlichen als autarken Künstler. Denn parallel zu seiner Lehrtätigkeit schuf Nigg grossteils im Verborgenen ein zeichnerisches und gesticktes Werk. Es ist durchdrungen von einer profunden Kenntnis der Stickkunst und zugleich geprägt von der frühen Abstraktion. Auf dem Kreuzstich als einer minimalistischen Grundstruktur aufbauend, fand Nigg zu einem aussergewöhnlichen Zusammenspiel von Figuration und Abstraktion, das sich zunehmend in biblischen Bildmotiven äusserte. Dabei sind die vielfältigen Kunstrichtungen, die sich in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts entwickelten – sei es der Expressionismus, der Kubismus oder etwa der Konstruktivismus – im Schaffen des Liechtensteiner Künstlers spürbar. Gleichwohl ist sein Werk keinem dieser Stile zuzuordnen, vielmehr überrascht es in seiner eigenständigen Form.

Gezeigt werden Papierarbeiten, textile Werke und Entwürfe ebenso wie Auszüge aus Niggs Textilsammlung und seinem bislang nicht öffentlich gemachten Bildfundus montierter Zeitungsausschnitte.

Die Ausstellung ist eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein, kuratiert von Christiane Meyer-Stoll in Kooperation mit Eva Frommelt-Mengou Tata, Prof. Ferdinand Nigg-Stiftung.
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Ausstellungsansicht Kunstmuseum Liechtenstein, Foto: Ines Agostinelli © Kunstmuseum Liechtenstein
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Ausstellungsansicht Kunstmuseum Liechtenstein, Foto: Ines Agostinelli © Kunstmuseum Liechtenstein
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Ausstellungsansicht Kunstmuseum Liechtenstein, Foto: Ines Agostinelli © Kunstmuseum Liechtenstein
archiv-atelier.li
Vernissage
 Donnerstag, 10. September 2015, 18 Uhr  
Öffentliche Führung
 Donnerstag, 24. September 2015, 18 Uhr mit Eva Frommelt und Christiane Meyer-Stoll 
 Donnerstag, 29. Oktober 2015, 18 Uhr mit Christina Jacoby 
 Donnerstag, 17. Dezember 2015, 18 Uhr mit Martin Frommelt im Dialog mit Christiane Meyer-Stoll 
 Donnerstag, 21. Januar 2016, 18 Uhr  
Begleitprogramm:
 Dienstag, 29. September 2015, 14 – 16 Uhr   Kunst 60 plus

Ferdinand Nigg (1865–1949). Gestickte Moderne

mit Doris Fend, ohne Anmeldung

 Sonntag, 4. Oktober 2015, 11 – 12 Uhr   Eine Stunde

Ferdinand Nigg und die Geschichte des Textils

mit Fabian Flückiger
60 Minuten öffentliche Führung, jeweils am ersten Sonntag im Monat um 11 Uhr

 Dienstag, 20. Oktober 2015, 17 – 19 Uhr   Schule und Museum

Einführung für Lehrpersonen aller Schulstufen zur Ausstellung "Ferdinand Nigg (1865-1949). Gestickte Moderne"

mit Christina Jacoby
In Kooperation mit dem Schulamt Liechtenstein
Kostenlos, mit Anmeldung - für Lehrpersonen aus FL: über das Schulnetz FL; für alle anderen Lehrpersonen direkt hier:

 Mittwoch, 28. Oktober 2015, 18 – 20 Uhr   Schule und Museum

Einführung für Lehrpersonen aus Österreich zur Ausstellung "Ferdinand Nigg (1865-1949). Gestickte Moderne"

mit Christina Jacoby
In Kooperation mit der PH Vorarlberg
Kostenlos, mit Anmeldung (bei der PH)

 Donnerstag, 29. Oktober 2015, 12:30 – 13 Uhr   Take Away

Ferdinand Nigg (1865 -1949). Gestickte Moderne

30 min Kurzführung in der Mittagspause,
jeweils am letzten Donnerstag im Monat um 12:30 Uhr

 Donnerstag, 5. November 2015, 18 Uhr   Vortrag

Sticken – eine Kunst der Männer? Betrachtungen zum Stickwerk Ferdinand Niggs und anderer Künstler des 20. Jahrhunderts

von Rüdiger Joppien
In Kooperation mit der Liechtensteinischen Kunstgesellschaft

 Dienstag, 10. November 2015, 14 – 16 Uhr   Kunst 60 plus

Ferdinand Nigg (1865-1949). Gestickte Moderne

mit Doris Fend, ohne Anmeldung

 Donnerstag, 26. November 2015, 18 Uhr   Sonderveranstaltung

Zum 150. Geburtstag von Ferdinand Nigg

Präsentation der Publikation zu Ferdinand Nigg, Vortrag von Ingrid Riedel

 Donnerstag, 3. Dezember 2015, 18 Uhr   Sonderveranstaltung

Präsentation: Ferdinand Nigg mit den Tieren – eine Portfolio-Edition

von Manfred Naescher

 Sonntag, 6. Dezember 2015, 11 – 12 Uhr   Eine Stunde

Zur Bildsprache Ferdinand Niggs

mit Christiane Meyer-Stoll
60 Minuten öffentliche Führung, jeweils am ersten Sonntag im Monat um 11 Uhr

 Donnerstag, 14. Januar 2016, 18 Uhr   Vortrag

Ferdinand Nigg. Eine kleine Spurensuche

von Evi Kliemand