The extraordinary film programme in Liechtenstein
Every 3rd Thursday each month, presented by the "Filmclub im Takino"

Events Overview:

Th 16 June 20:00  Museum Filmclub

Trewyn Studio

von Helena Bonett, in Zusammenarbeit mit Jonathan Law, UK 2015, 53' E
 
Von 1949 bis zu ihrem Tod im Mai 1975 lebte und arbeitete die britische Bildhauerin Barbara Hepworth, eine Vertreterin der Moderne, im Trewyn Studio in St. Ives, Cornwall. Nach dem Tod der Künstlerin wurde das Studio von Sir Alan Bowness, ihrem Schwiegersohn und dem späteren Direktor der Tate Gallery, zum Museum umgestaltet und im
April 1976 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit 1980 wird das Museum von der Tate Gallery verwaltet. Der Film entstand im Rahmen des Tate St. Ives Artists Programme und zeigt die Erinnerungen
von Sir Alan Bowness ans Trewyn Studio und dessen Umwandlung zum Barbara Hepworth Museum and Sculpture Garden. Anhand von Stills
und bewegten Bildern werden Themen wie Zeit, Materialität und Vermächtnis verhandelt.

Helena Bonett ist Kuratorin, Autorin und Lektorin. Zurzeit absolviert sie ein vom Royal College of Art und der Tate Gallery organisiertes Doktorat zum bildhauerischen Vermächtnis von Barbara Hepworth.

Jonathan Law ist Filmemacher, Forscher, Kunstvermittler und Lehrer. Zurzeit arbeitet er an Filmen für das Paul Mellon Centre for Studies in British Art und für die Heong Gallery am Downing College, University of Cambridge. 2015 schloss er sein Doktorat zum Thema Kino und philosophische Theorien der Sinneswahrnehmung ab.

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Th 18 August 20:00  Museum Filmclub

Fata Morgana

von Werner Herzog, DE 1971, 79' D
 
Anstatt wie ursprünglich geplant einen Science-Fiction-Film zu drehen, in welchem ausserirdische Astronauten auf der Erde landen und dort auf merkwürdige Spuren der Zivilisation stossen, liess Herzog den Anspruch auf eine Erzählung fallen. Unterteilt in die drei Kapitel «Schöpfung» , «Paradies» und «Das Goldene Zeitalter» zeigt sein in Afrika und auf Lanzarote entstandenes Roadmovie verschiedene Aspekte des Phänomens «Fata Morgana». Im Verlauf des Films füllen sich die Bilder von kargen, menschenverlassenen Landschaften immer mehr mit Elementen der Zivilisation, zuerst in Form von in der Wüste umherliegendem Schrott und verlassenen Gebäuden sowie einer Militäranlage, schliesslich in Form von Menschen, die Herzog in der Wüste findet.

Den Kapiteln sind Texte zugeordnet, die wie Kommentare funktionieren. Im ersten rezitiert die Filmhistorikerin Lotte Eisner einen Maya-Schöpfungsmythos. Im zweiten und dritten Teil des Films unterlegt Herzog seine Bilder mit Gedichten eines verschollenen Poeten seiner Zeit.

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Th 15 September 20:00  Museum Filmclub

Faces

von John Cassavetes, USA 1968, 130' E/d
 
Faces zeigt ungeschönt die letzten Etappen einer zerbrechenden Ehe: Nach vierzehn Jahren haben sich Richard und Maria Forst auseinandergelebt. Nachdem Richard seinen Wunsch nach einer Scheidung verkündet hat, verbringt er die Nacht in Gesellschaft von schnoddrigen Geschäftsleuten und Prostituierten, während Maria mit Freundinnen einen Nachtclub besucht und den Verführungskünsten eines Playboys erliegt. Es wird deutlich, dass der amerikanische Lebensstil keinem der Protagonisten eine erfüllte Existenz ermöglicht.

John Cassavetes ist einer der wichtigsten Wegbereiter des US-amerikanischen Independentfilms. Ohne seine Vorarbeit ist die Strömung des New Hollywood Cinema, die in den 1960er-Jahren den etablierten Studio-Betrieb aufmischte, nicht denkbar. In seinen Filmen gibt es keine Helden, die Menschen, die in ihnen auftreten, haben Fehler, sie sind nicht schön und auch nicht tugendhaft – normale Leute eben.

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