Das aussergewöhnliche Filmprogramm in Liechtenstein
Jeden 3. Donnerstag im Monat präsentiert vom Filmclub im TaKino

Überblick Veranstaltungen:

Do 25. Februar 20:00  Filmclub im Kunstmuseum

Videodrome

von David Cronenberg, CDN/USA 1983, 87' E/d
 
videodrome.png
Videodrome (Filmstill)
Als Programmleiter von Civic TV will Max Renn laufend steigende Einschaltquoten. Sex und Gewalt verkauft sich, und nach Renn wirken gewalttätige Filme für die Psyche sogar reinigend. So interessiert er sich auch für Filme, die ihm unter dem Label Videodrome angeboten werden. Er ahnt vorerst nicht, dass mit den Videos ein halluzinogenes Signal ausgestrahlt wird, das zu körperlichen Veränderungen führt. Immer mehr dringen die gefährlichen Halluzinogene in ihn ein, und seine Visionen beginnen sich zu materialisieren.

Videodrome bildet im Werk von David Cronenberg einen ersten Höhepunkt des Sujets der körperlichen Transformation. Das verwirrende Schlüsselwerk lässt verschiedene Interpretationen zu. Kritisch setzt sich Cronenberg mit der Darstellung von Gewalt auseinander und lässt sich von den Schnittstellen zwischen medialen Bildern, der Wahrnehmung und der subjektiven Verarbeitung inspirieren. Für das Ineinandergleiten verschiedener Realitäten findet er bestechende Bilder.

www.filmclub.li

Do 17. März 20:00  Filmclub im Kunstmuseum

Good Night, and good Luck

von George Clooney, USA 2005, 93' E/df
 
Good Night and good luck.png
Good Night, and good Luck (Filmstill)
Bei einer Preisverleihung blickt der Fernsehjournalist Edward R. Murrow in der Dankesrede auf die Ereignisse der Jahre 1953 und 1954 zurück. Er leitete damals beim Fernsehsender CBS die Sendung See It Now. Im festen Glauben an die aufklärerische Pflicht des Fernsehens verbiss Murrow sich mit seinem Redaktionsteam in den Fall des Air-Force-Leutnants Milo Radulovich, der wegen angeblicher kommunistischer Verbindungen fristlos entlassen worden war. Die Fernsehmacher legten sich damit mit dem Kommunistenjäger Joseph McCarthy an und widersetzten sich dem zunehmenden externen Druck.

George Clooney legte nicht nur als Schauspieler seine ganze Überzeugungskraft in die Figur von Fred Friendly, Murrows Produzenten, er zeichnete auch als Drehbuchautor (zusammen mit Grant Heslov) und Regisseur verantwortlich für die «beispielhafte Geschichte über Angst als Machtinstrument, über die Pflicht, in einer Demokratie alles zu hinterfragen, und die Rolle, die die Medien dabei spielen» (S. Vahabzadeh, Süddeutsche Zeitung). Seine Hymne auf das politische Fernsehen, die in einem wunderbaren Schwarz-Weiss bruchlos Archivmaterial einbindet, brachte ihm mit seinem Zweitling eine Oscar-Nominierung ein.

www.filmclub.li

Do 07. April 20:00  Filmclub im Kunstmuseum

Network

von Sidney Lumet, USA 1976, 121' E/d
 
Network.png
Network (Filmstill)
Als der langjährige UBS-Nachrichtenmoderator Howard Beale erfährt, dass er wegen sinkender Zuschauerzahlen entlassen werden soll, weigert er sich, einen stillen Abgang zu machen und kündigt stattdessen an, sich in seiner nächsten – und letzten – Sendung zu erschiessen. Dies setzt er dann zwar nicht um, zieht aber in einer wüsten Tirade über seinen Arbeitgeber und den Zustand der Welt her. Das Medienecho ist enorm, die Einschaltquoten schnellen in die Höhe. Was die ebenso ehrgeizige wie gefühlskalte Programmchefin Diana Christensen dazu veranlasst, beim Direktor des Senders eine eigene Medienshow für den unbequemen Anchorman zu beantragen. Darin macht sich Beale zur aggressiven Stimme des unzufriedenen Amerika und wettert als eine Art Moralprediger gegen Lüge, Dekadenz, Korruption und Egoismus. Doch vom zunehmenden Erfolg beflügelt, beginnt Beale das Fernsehen selbst zu kritisieren.

Network gilt als erster Film, der die manipulative Rolle des Fernsehens und dessen zunehmende Kommerzialisierung grundlegend hinterfragt. Sidney Lumet ist dabei eine hervorragend inszenierte und intensiv gespielte Satire gelungen, die zur Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung gegenüber dem Massenmedium anregt. Faye Dunaway wurde für ihre Darstellung der Diana Christensen mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

www.filmclub.li

Do 12. Mai 20:00  Filmclub im Kunstmuseum

Das Millionenspiel

von Tom Toelle, DE 1970, 95' D
 
Das Millionenspiel.jpg
Das Millionenspiel (Filmstill)
Die Regeln der Fernsehshow Das Millionenspiel sind einfach: Bernhard Lotz muss eine Woche lang vor drei Auftragsmördern flüchten. Schafft er es, gewinnt er eine Million D-Mark. Die Fernsehansagerin von Transeuropa TV kündigt zu Beginn der Sendung an: «Sollte der Kandidat vorzeitig den Tod finden, so erwartet Sie ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm mit vielen beliebten Künstlern.» Am 18. Oktober 1970 strahlt der Westdeutsche Rundfunk die Fernsehshow Das Millionenspiel aus – und provoziert einen Skandal. Die perfide Spielshow ist tatsächlich eine Fiktion, ein prophetischer Spielfilm, der 40 Jahre Fernsehgeschichte vorwegnimmt.

«40 Jahre nach der Premiere von ‹Das Millionenspiel› scheint die Debatte darum, was Fernsehen darf, aktueller denn je. Zwar sind Zuschauer längst mehr Gewalt gewohnt, Reality-TV ist schriller und die Werbeblöcke zwischen den Sendungen aufdringlicher als in Tom Toelles Vision von der Unterhaltungsmaschinerie der Zukunft. Doch selten wurde auf der Mattscheibe öfter bekannt, dass jemand bereit sei alles zu geben, als im Castingzirkus von ‹Germany's Next Topmodel›, ‹DSDS› und Konsorten» (Benjamin Maack, www.spiegel.de).

www.filmclub.li