In einem handschriftlich verfassten Büchlein notierte Ferdinand Nigg (1865–1949) die Frage «Was ist Seeligkeit?» und beantwortete diese mit: «Für den Regentropfen der Fall ins Meer».

Ich möchte wissen betitelte Ferdinand Nigg (1865–1949) ein handschriftlich verfasstes Büchlein, in welches er in Versalien eine Vielzahl von Fragen und Antworten in haikuhaft anmutender Form niederschrieb. «Was ist Wahrheit?», «Was ist Glück?» oder «Was ist Kunst?». Die Frage «Was ist Seeligkeit?» beantwortet er mit: «Für den Regentropfen der Fall ins Meer».

Kreuzstich für Kreuzstich fügt sich im gestickten Werk Niggs zueinander und bildet eine kontinuierliche und zugleich dynamische Grundstruktur seiner Kompositionen. Dabei vereinigen sich die Stiche zu ornamentalen Rapporten, zu Figuren, sie bilden eine Flächigkeit und in gleicher Weise Räumlichkeit aus und changieren zwischen Abstraktion und Figuration. Die sich bedingenden Gegensatzpaare seiner Stickereien unterstreichen einen innewohnenden Bewegungsmoment – einen ewigen Kreislauf – wie der Regentropfen im Meer.

Nigg war Maler, Grafiker, Textildesigner, Buchgestalter und Typograf. Parallel zu seiner Lehrtätigkeit in Magdeburg und später Köln schuf er grossteils im Verborgenen ein umfangreiches, meist nicht datiertes, zeichnerisches und gesticktes Werk. Nach seiner Pensionierung 1931 kehrte er nach Liechtenstein zurück, wo sein Spätwerk entstand.

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

  • Öffentliche Führungen
  • Do, 25.1.2018
    18.00