10. Oktober 2017 – 18. Februar 2018

Aus der Sammlung: Ferdinand Nigg. Für den Regentropfen der Fall ins Meer

Ferdinand Nigg, Jagd I, n. d.
In einem handschriftlich verfassten Büchlein notierte Ferdinand Nigg (1865–1949) die Frage "Was ist Seeligkeit?" und beantwortete diese mit: "Für den Regentropfen der Fall ins Meer".

Ich möchte wissen war der Titel des Büchleins, in welches Nigg in Versalien eine Vielzahl von Fragen und Antworten in haikuhaft anmutender Form niederschrieb. "Was ist Wahrheit?", "Was ist Glück?" oder "Was ist Kunst?".

Kreuzstich für Kreuzstich fügt sich im gestickten Werk Niggs zueinander und bildet eine kontinuierliche und zugleich dynamische Grundstruktur seiner Kompositionen. Dabei vereinigen sich die Stiche zu ornamentalen Rapporten, zu Figuren, sie bilden eine Flächigkeit und in gleicher Weise Räumlichkeit aus und changieren zwischen Abstraktion und Figuration. Die sich bedingenden Gegensatzpaare seiner Stickereien unterstreichen einen innewohnenden Bewegungsmoment – einen ewigen Kreislauf – wie der Regentropfen im Meer.

Nigg war Maler, Grafiker, Textildesigner, Buchgestalter und Typograf. Parallel zu seiner Lehrtätigkeit in Magdeburg und später Köln schuf er grossteils im Verborgenen ein umfangreiches, meist nicht datiertes, zeichnerisches und gesticktes Werk. Nach seiner Pensionierung 1931 kehrte er nach Liechtenstein zurück, wo sein Spätwerk entstand.

Eintritt frei.
Öffentliche Führung
 Donnerstag, 25. Januar 2018, 18 Uhr mit Christiane Meyer-Stoll