07. Mai – 05. September 2010

CHE FARE? Arte povera - Die historischen Jahre

Giuseppe Penone, Rovesciare i propri occhi, 1970Ausstellungsansicht, Kunstmuseum LiechtensteinAlighiero Boetti, I sei sensi, 1971Pino Pascali, Ponte levatoio, 1968
Das Kunstmuseum Liechtenstein präsentiert die historischen Jahre der Arte povera mit über 130 Werken, darunter zahlreiche, bisher selten gezeigte Arbeiten.

„Was tun?“ fragt die grosse Überblicksausstellung zur Arte povera, welche das Kunstmuseum Liechtenstein zu seinem 10-jährigen Bestehen in Vaduz realisiert. Die Ausstellung konzentriert sich auf die Zeit von 1967 bis 1972 und zeigt Werke aller Hauptvertreter der Arte povera Bewegung.

Das Bestreben der Künstler der Bewegung Arte povera war es, die Distanz zwischen Werk und Betrachter zu verringern, die Schwelle von Kunst und Leben zu überbrücken und die Wahrnehmung zu erweitern. Uns vertraute und alltägliche, zumeist als wertlos erachtete Dinge werden als kunstwürdige Materialien entdeckt. Diese alltäglichen und unbeachteten Gegenstände werden zu bedeutungsvollen Werken transformiert. Einfacher und bescheidener in ihren Mitteln, authentischer in ihren Materialien sollte die neue Kunst sein.

So eröffnen die Werke der Arte povera in sinnlich-poetischer Weise den Blick auf die Welt und die allem Sein zugrundeliegenden Energien. Sie schaffen Sinnbilder des aus ursprünglichen Kräften erwachenden Stroms von Lebenskraft: Sinnbilder vor allem für jene geistigen Kräfte, die auf die Veränderung erstarrter Strukturen drängen. Im Zentrum der Ausstellung stehen die massgeblichen Themen der Arte povera: Zeit, Erdgeschichte, Energie und Alchemie.

Che fare? – Arte povera umfasst Werke von Giovanni Anselmo, Alighiero Boetti, Pier Paolo Calzolari, Luciano Fabro, Piero Gilardi, Jannis Kounellis, Mario Merz, Marisa Merz, Giulio Paolini, Pino Pascali, Giuseppe Penone, Michelangelo Pistoletto, Emilio Prini, Salvo und Gilberto Zorio. Den Grundstock der ausgestellten Werke bildet die Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein. Seit Gründung des Museums liegt ein Schwerpunkt der Sammlungstätigkeit in der Arte povera. Ergänzt wird dieses umfangreiche, über 40 Werke beinhaltende Konvolut mit Leihgaben aus öffentlichen und privaten europäischen Sammlungen, unter denen sich auch wenig bekannte Werke der Kernzeit der Arte povera befinden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutsch und englisch, der die Ausstellung dokumentiert, die Künstler der Arte povera vorstellt und alle gezeigten Werke mit einem Werktext dokumentiert. Der Katalog beinhaltet Beiträge von Erica Battle, Nike Bätzner, Girogio Colombo, Maddalena Disch, Doris von Drathen, Iida Gianelli, Piero Gilardi, Ines Goldbach, Antje von Graevenitz, Catherine Grenier, Robin Hemmer, Corrado Levi, Friedemann Malsch, Christiane Meyer-Stoll, Pier Luigi Pero, Valentina Pero, Giorgio Persano, Christian Rattemeyer, Kristin Schmidt, Dieter Schwarz, Denys Zacharopoulos und Ursula Zeller.

Die Ausstellung ist eine Eigenproduktion des Kunstmuseum Liechtenstein, kuratiert von Friedemann Malsch, Christiane Meyer-Stoll und Valentina Pero.

Arte Povera Ansicht 2.jpg
Ausstellungsansicht, Kunstmuseum Liechtenstein
Boetti, I sei sensi, 1974_150x100.jpg
Alighiero Boetti, I sei sensi, 1971
Pino Pascali, Ponte levatoio, 1968_150x100.jpg
Pino Pascali, Ponte levatoio, 1968
Katalog Bestellung
Vernissage
 Donnerstag, 6. Mai 2010, 18 Uhr  
Öffentliche Führung
 Donnerstag, 20. Mai 2010, 18 Uhr mit Christiane Meyer-Stoll 
 Donnerstag, 10. Juni 2010, 18 Uhr mit Denise Rigaud 
 Donnerstag, 17. Juni 2010, 18 Uhr mit Denise Rigaud 
 Donnerstag, 19. August 2010, 18 Uhr mit Denise Rigaud 
Begleitprogramm:
 Mittwoch, 19. Mai 2010, 15 – 17 Uhr   Schule und Museum

Einführung für Lehrpersonen: Che fare? - Arte povera

mit Christina Jacoby

 Donnerstag, 27. Mai 2010, 17 – 19 Uhr   Schule und Museum

Einführung für Lehrpersonen: Che fare? - Arte povera

mit Christina Jacoby

 Freitag, 18. Juni 2010, 15 – 17 Uhr   In Kooperation mit St. Arbogast

Dialogische Führung

durch die Ausstellung "Che fare? Arte povera - Die historischen Jahre"
Anmeldung über das Bildungshaus St. Arbogast

 Samstag, 26. Juni 2010, 16 – 01 Uhr   10 Jahre Kunstmuseum

Festa povera

In Kooperation mit der Liechtensteinischen Kunstgesellschaft und der Kunstschule Liechtenstein

 Freitag, 30. Juli 2010, 19:30 Uhr   Konzert

Silver Apples of the Moon

von Morton Subotnick, Laptop, und Lillevan, Live Visuals,
in Kooperation mit "Kunst aus der Zeit" der Bregenzer Festspiele

 Donnerstag, 5. August 2010, 14 – 16 Uhr   Kunst 60+

Das Museum neu entdecken

Mit Barbara Redmann, Museumspädagogin CAS

 Donnerstag, 26. August 2010, 20 Uhr   Filmclub im Kunstmuseum

Das 1. Evangelium – Matthäus (Il Vangelo secondo Matteo)

von Pier Paolo Pasolini, I/F 1964, 131’

 Donnerstag, 2. September 2010, 18 Uhr   Führung und Gespräch

Die Arte Povera

mit Nike Bätzner, Kunsthistorikerin, und Christiane Meyer-Stoll, Konservatorin Kunstmuseum Liechtenstein