Das aussergewöhnliche Filmprogramm in Liechtenstein
Jeden 3. Donnerstag im Monat präsentiert vom Filmclub im TaKino

Überblick Veranstaltungen:

Do 24. August 20:00  Filmclub im Kunstmuseum

Cure – Das Leben einer Anderen

von Andrea Štaka, CH/HR 2014, 83'
 
Dubrovnik 1993, nach dem Ende des Balkankriegs: Die 14-jährige Linda kehrt mit ihrem Vater aus der Schweiz nach Kroatien zurück. Ihre neue beste Freundin Eta führt sie in einen verbotenen Wald oberhalb der Stadt. Die beiden Mädchen steigern sich in ein obsessives, sexuell aufgeladenes Spiel um den Tausch ihrer Identität. Es kommt zu einem tödlichen Sturz. Am Morgen danach kehrt Linda alleine in die Stadt zurück und nimmt bald schon Etas Platz in deren Familie ein. Auch Etas Verehrer Ivo wird Teil ihres Spiels. In einer von Frauen und ihren Verlusterfahrungen des Krieges geprägten Welt voller Verstrickungen und Schmerz droht Linda schliesslich den Boden unter den Füssen zu verlieren. Doch immer wieder taucht Eta auf und konfrontiert sie mit sich selbst.

Andrea Štaka hat aus dem autobiografischen, dicht verwobenen Stoff einen kunstvollen Film gemacht. Diese Detailarbeit ist es letztlich, welche Cure zu einem faszinierenden filmischen Kunst-Stück macht.

www.filmclub.li

Do 14. September 20:00  Filmclub im Kunstmuseum

Na putu – Zwischen uns das Paradies

von Jasmila Žbanić, BA/HR/DE 2010, 103'
 
Luna und Amar sind ein verliebtes Paar. Sie haben begehrte Jobs und geniessen das Leben im pulsierenden Alltag von Sarajevo. Sie ist als Flight Attendant viel in der Luft, und er verliert manchmal an Boden, wenn er ein Glas zu viel hebt. Als man ihn im Tower mit Schnaps im Kaffee erwischt, wird Amar suspendiert. Beim Ausflug zum Riverrafting trifft er auf einen alten Bekannten, findet durch ihn eine Anstellung in einer ultrakonservativen religiösen Gruppierung und beginnt sich zu verändern. Die lebensfrohe Luna versteht ihn immer weniger. Sie muss sich entscheiden, wie viel an eigenen Werten sie für die Liebe aufgeben will. Und sie fragt sich: Wie viel Religion erträgt der Mensch? Jasmila Žbanić (bekannt durch Grbavica, 2006)hat einen ebenso einfühlsamen wie hochgradig aktuellen Liebesfilm gestaltet.

«In leisen Tönen und ruhigen Bildern erzählt Žbanić in Na putu von einem Liebespaar, das sich immer mehr entfremdet. Dabei denunziert sie Amar nie als Fanatiker, sondern zeigt ihn als jungen Mann, der auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben ist. Was tun, wenn einem das Liebste, das man hat, entgleitet? Diese Frage stellt Žbanić, ohne eine Antwort darauf zu geben.» WOZ, Silvia Süss

www.filmclub.li