André Thomkins

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»freibier! freibier! freibier! f...« ist nur eines der Palindrome – vor- und rückwärts zu lesende Wörter oder Wortfolgen –, die André Thomkins in Form von blauen Emaille-Strassenschildern mit weisser Schrift 1968 entwarf. Sie zierten in Düsseldorf die Aussenfassade des Restaurants von Daniel Spoerri, der die Palindrome als «Spezialität» bezeichnet, «in der André Thomkins, einer meiner besten Freunde, brilliert hat, wie kaum jemand anders.» Im Rahmen der Retrospektive André Thomkins. Eternal Network hatte das Kunstmuseum Liechtenstein 2013 insgesamt sechs seiner Palindrom-Schilder als Edition neu aufgelegt. Fünf davon sind nun in einer 2. Auflage wieder erhältlich.

Das Kunstmuseum Liechtenstein übernahm 2002 den Nachlass des 1985 verstorbenen Schweizer Malers, Zeichners, Grafikers, Objekt- und Wortkünstlers und hat in der Folge die rund 6.700 Arbeiten aus allen Schaffens- phasen systematisch erfasst und aufgearbeitet. Sein erfindungsreicher, humvorvoller Umgang mit Buchstabe und Wort zeigt sich in zahlreichen Palindromen und Anagrammen, in Wortspielen und Wortmaschinen.

André Thomkins, geboren 1930 in Luzern, Schweiz, besuchte von 1947 bis 1949 die Kunstgewerbeschule in Luzern, wechselte 1950/51 an die Académie de la Grande Chaumière in Paris und lehrte von 1971 bis 1973 als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf; er pflegte unter anderem enge Kontakte zu Daniel Spoerri, Meret Oppenheim, Jean Tinguely, Yves Klein oder Marcel Broodthaers. Thomkins zählt zu den innovativsten und vielseitigsten Kunstschaffenden der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1985 verstarb er in Berlin, Deutschland.

Palindrom-Schild 
»DOGMA I AM GOD«, 2013/2022 
Emailleglasur auf Eisenblech, 4 Bohrungen 
18 × 70 × 1 cm