Der seit mehreren Jahrzehnten in Bern lebende Bildhauer und Grafiker Vaclav Pozarek wurde 1940 in der Tschechoslowakei (heute Tschechien) geboren und zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Schweizer Gegenwartskunst. Geprägt durch eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Moderne, bewegt sich seine Kunst mit spezifischer Eigenständigkeit zwischen Konstruktivismus, Konzeptkunst und Minimal Art. Dabei entwickelt er mit hintergründigem Humor, ironischer Distanz und Selbstironie sein breit gefächertes Schaffen stetig weiter.
Für die Ausstellung Beispiel Schweiz. Entgrenzungen und Passagen als Kunst (2011) hat Pozarek eine ebenso ungewöhnliche wie humorvolle Edition für das Kunstmuseum Liechtenstein geschaffen: einen herkömmlichen grauen Gummistiefel mit einem ausgestanzten Loch im Bereich des Fussristes. Löcher tauchen im Werk von Pozarek immer wieder auf und stellen eine Referenz auf den US-amerikanischen Künstler Dan Flavin (1933–1996) dar, der zu den Wegbereitern der Minimal Art zählt und mit seinen Lichtinstallationen aus Leuchtstoffröhren ein unverwechselbares Œuvre schuf. So nennt Pozarek Rundhölzer als Positivform von Bohrungen, die er für seine Skulpturen verwendet, in Anlehnung an Flavin «Neon».
Vaclav Pozarek (* 1940 in České Budějovice [Budweis], Tschechien) lebt und arbeitet in Bern, Schweiz.
Gummistiefel mit ausgestanztem Loch
Schuhgrösse 36
Auflage: 15 Stück
Gestempelt und nummeriert
Nur im Museumsshop erhältlich.