• JANUAR 2018
  • Film

    Blue Alchemy: Stories of Indigo

    von Mary Lance, USA 2001, 79'

    Dieser Dokumentarfilm erzählt in eindrucksvoller Weise die Geschichte(n) der Farbe Indigo. Zu Wort kommen auch engagierte Menschen, die Indigo in Projekten wiederbeleben wollen, um die Lebensbedingungen in ihren Gemeinschaften zu verbessern. Gefilmt wurde in Indien, Japan, Bangladesch, Mexiko, El Salvador und den USA.

    Mary Lance produzierte mehrere Film über Kunst und Künstler, zum Beispiel Diego Rivera und Agnes Martin.

    Die Auswahl des Filmprogramms wurde von der Filmkuratorin Maxa Zoller, Kairo, zusammengestellt. 

    «Anlässlich Kimsoojas Ausstellung Weaving the World schlage ich ein Filmprogramm vor, das den globalen Kontext der Ausstellung in Bezug auf das Textile, das Weben, Nähen und Färben, als zentrales Thema aufgreift. Anhand von (semi-) dokumentarischen Filmsprachen werden soziopolitische Themen wie Produktionsbedingungen als auch kulturelle Traditionen aus Mali, Indien und anderen Ländern vorgestellt.» Maxa Zoller

  • FEBRUAR 2018
  • Film

    Panzerkreuzer Potemkin

    von Sergej M. Eisenstein, RU 1925, 72'

    Der Klassiker des sowjetischen Revolutionskinos und ein Meilenstein der Filmgeschichte.

    Russland im Jahr 1905. Der russisch-japanische Krieg wirft seine Schatten auch auf die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer. Die Disziplin in Armee und Marine wird mit härtesten Massnahmen aufrechterhalten. Doch unter den Matrosen des Panzerkreuzers «Fürst Potemkin» herrscht wegen verdorbener Verpflegung starke Unzufriedenheit und Missstimmung, die plötzlich in einen Aufstand umschlägt. Vergeblich versuchen die Offiziere, die Disziplin wiederherzustellen. Am Ende siegt die Kameradschaft, und die rote Fahne der Revolution flattert im Wind.

    Wie kaum ein anderer Film polarisierte Eisensteins Meisterwerk die Weimarer Republik. Unter reger Anteilnahme der Öffentlichkeit wurde er von den deutschen Zensurbehörden mehrmals geprüft, gekürzt, zugelassen und verboten. Einerseits protestierten zahlreiche prominente Intellektuelle lautstark gegen die Verbote, andererseits sträubten sich verschiedene Landesregierungen gegen die Zulassungen. Demonstrationen und Protestaktionen wechselten sich ab. Auf der Brüsseler Weltausstellung 1958 wurde Panzerkreuzer Potemkin schliesslich von internationalen Kritikern zum «besten Film aller Zeiten» gekürt.

  • MäRZ 2018
  • Film

    Berlin – Die Sinfonie der Grossstadt

    von Walter Ruttmann, DE 1927, 65'

    Berlin – Die Sinfonie der Grossstadt beginnt am Morgen in den leeren Strassen der Stadt, erreicht seinen Höhepunkt in der Hektik des Arbeitstages und endet bei den Vergnügungen am Abend. Walter Ruttmann hat die Filmaufnahmen als Ausgangspunkt für eine Montage genommen, deren Rhythmus hypnotisiert, dem Zuschauer ein Geschwindigkeitserlebnis vermittelt und die einen neuen Sinn erzeugt, der über die Gegenständlichkeit der Filmaufnahmen hinausgeht.

    So sagte Ruttmann, der davor hauptsächlich abstrakte Filme mit Farben und Formen gemacht hatte, über sein Werk: «Während der langen Jahre meiner Bewegungsgestaltung aus abstrakten Mitteln liess mich die Sehnsucht nicht los, aus lebendigem Material zu bauen, aus den millionenfachen, tatsächlich vorhandenen Bewegungsenergien des Grossstadtorganismus eine Film-Sinfonie zu schaffen.»

  • APRIL 2018
  • Film

    Menschen am Sonntag

    von Robert Siodmak und Edgar G. Ulmer,
    DE 1930, 75'

    Ein Spielfilm, der wie ein Dokumentarfilm aussieht und die Kinematografie in den letzten Jahren der Weimarer Republik unerwartet um eine realistische Komponente bereicherte – mit einer Einfühlsamkeit, einer Menschlichkeit und einer Neugier für die alltäglichen Dinge, die bis dato im deutschen Film unbekannt gewesen waren. Einer der letzten Stummfilme wurde zum Glücksfall, an dem vier junge, bis dahin namenlose Cinéasten beteiligt waren: Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, Billie (später Billy) Wilder sowie Fred Zinnemann. Ihre Idee war einfach: Man wollte mit vier jungen Laiendarstellern an realen Schauplätzen einen Berliner Sommer-Sonntag im Grünen drehen. Im Geflirr von Wasser, Wald und Sonnenlicht: kleine Geschichten über Liebeslust und Liebesleid, vom Glück der arbeitsfreien Zeit und vom Abschied, wenn der Sonntag zu Ende geht.

    «Menschen am Sonntag wirkt wie ein Gegenfilm zu Walter Ruttmanns Berlin – Die Sinfonie der Grossstadt von 1927. Dort wurde die Stadt als Megamaschine definiert, alles Sichtbare einer mechanischen Bewegung unterworfen. Dagegen widmet sich dieser Film den ‹Menschen›, interessiert sich für die lebendigen Details, zeigt die andere Seite der hektischen Stadt, die Ruhe eines sommerlichen Sonntages.» Karl Prümm

  • MAI 2018
  • Film

    Lumière

    von Thierry Frémaux, FR 2016, 90'

    1895 erfanden Auguste und Louis Lumière den Kinematografen und drehten die ersten Filme der Geschichte. Regie, Kamerafahrten, Spezialeffekte – die beiden Brüder prägten auch die Kunst der Filmgestaltung mit.

    Thierry Frémaux' spannende Zusammenstellung ihrer teils weltberühmten, teils neu zu entdeckenden Meisterstücke in restaurierten Kopien ist eine bewegende Reise zu den Anfängen des Kinos.

    Die unvergesslichen Film-Juwelen bieten darüber hinaus einen einmaligen Blick auf die Welt an der Schwelle zum 20. Jahrhundert.